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Menschenbilder
Ebenbild und Kinder Gottes
Was ist der Mensch? – Eine Frage, die Philosophen und Theologen seit Jahrtausenden umtreibt, die entscheidend wichtig ist für die Kirche – und die Gesellschaft überhaupt.
"Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde"
, erzählt die Bibel von den Anfängen der Welt. Das ist zugleich Geschenk und Auftrag.
Dass wir nach Gottes Bild geschaffen sind und von ihm allein aus Gnaden geliebt und angenommen sind, begründet die Würde des Menschen. Dass das für
alle Kinder, Frauen und Männer gilt, verpflichtet uns zu humaner Einstellung. Zur Dankbarkeit gegenüber Gott, unserem Schöpfer. Und zur Fürsorge
untereinander. Wie wir uns selbst sehen und unsere Mitmenschen wahrnehmen, damit steht und fällt das Verständnis christlicher Nächstenliebe.
Einzelne Menschen vermögen wenig. Die Bibel spricht von "Sünde", um zu beschreiben, dass Menschen oft hinter dem zurückbleiben, was
sie sich selbst vornehmen, was richtig und angemessen wäre – und was wir eigentlich für "menschlich" halten würden.
Wer Gott liebt, bleibt seinen Ursprüngen treu. Und erinnert sich daran, dass Gott alle seine Geschöpfe liebt, mit ihren Gaben und ihren Fehlern.
Evangelische Christen sehen als zentrale Botschaft des Evangeliums, dass Gott die Sünder annimmt und ihnen den Weg zur Vergebung offen hält.
Das macht frei und es schafft Gemeinschaft. Wo alle gleichermaßen Sünder und ebenso von Gott eingeladen sind, mit seiner Hilfe neue Wege zu gehen, da braucht keine und keiner sich anderen überlegen zu fühlen. Wir merken, dass wir aufeinander angewiesen sind, im Leben und im Sterben. Unsere Schwächen, Ängste und Nöte können wir gemeinsam vor Gott bringen – niemand ist davon ausgeschlossen, sie frei zu äußern. Alle Menschen stehen vor Gott, erbärmlich in der Sünde, und zugleich reich beschenkt aus Gottes Gnade, als seine Kinder.
Gottesdienst – das heißt dann, Gott mit allem dienen, was wir haben, allen Talenten und Begabungen, allen großen Einfällen und kleinen Gesten.
Gottesdienst heißt auch: wir können gemeinsam vor Gott treten, an seinem Tisch feiern, ihm Dank sagen für alles, was wir an Gutem empfangen haben und seine Vergebung empfangen für alles, was uns misslingt, was wir ihm an Scheitern zu klagen haben. Sonntags in der Kirche – und genauso im Alltag, wo und wann immer wir zu Gott beten wollen.
Gerechtfertigt können wir uns fühlen – freigesprochen von allem, was unser Leben belastet und schwer macht. Kinder Gottes sind wir. Diener Gottes wollen wir werden: Gott zur Ehre und unseren Nächsten zu Nutze. Auch an den Grenzen des Lebens.
