Der Kirchenreformator Martin Luther schreibt: „Wo das Sterben hinkommt, da sollen wir, die wir da bleiben, uns rüsten und trösten. Besonders sollen wir einander verbunden sein und nicht voneinander lassen noch fliehen." Die Errungenschaften der Hospizbewegung und der Palliativbetreuung können nicht alle Ängste vor dem Tod nehmen. Sie können jedoch Menschen ermutigen, ihren Angehörigen im Sterben beizustehen und das eigene Ende getroster zu nehmen.
Herr Siegfried Schödel, der den Ertrag einer Lebensversicherung für die Errichtung der Evangelischen Stiftung Hospiz zur Verfügung stellte, hatte Vater und Mutter in Krankheit und Leiden bis zum Tod beigestanden. In dieser Situation wäre ihm eine umfassende und kompetente Sterbebegleitung eine große Hilfe gewesen. Sein Wunsch war es deshalb, dass die Evangelische Stiftung Hospiz dazu beiträgt, Hospizarbeit effektiv fortzuführen.
Die Evangelische Stiftung Hospiz macht es sich zur Aufgabe, den Gedanken der Hospizbewegung und die Möglichkeiten palliativer Betreuung weiter zu verbreiten und Projekte zur Begleitung Sterbender und ihrer Angehöriger im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und ihrer Diakonie zu unterstützen. Hospizarbeit und Palliativbetreuung setzen einen deutlichen Kontrapunkt gegen alle Absichten, Leben mit Leiden als "lebensunwert" zu denunzieren. Die Evangelische Stiftung Hospiz unterstützt Menschen, die dem christlich begründeten Auftrag nachkommen, Leben in seinen Stärken und Schwächen zu schützen und zu achten bis zum letzten Atemzug. Unter dem Dach der Bayerischen Stiftung Hospiz soll diese Stiftung dazu beitragen, im Sinne der Hospizbewegung Sterben in das Leben einzubinden - gemäß der biblischen Einsicht: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden." (Psalm 90, 12)